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Temporomandibuläre Störungen: Prävalenz und assoziierte biopsychosoziale Faktoren. Eine Analyse von Daten der NAKO Gesundheitsstudie

Item Type:Article
Title:Temporomandibuläre Störungen: Prävalenz und assoziierte biopsychosoziale Faktoren. Eine Analyse von Daten der NAKO Gesundheitsstudie
Creators Name:Herpel, Christopher, Becher, Heiko, Aarabi, Ghazal, Borof, Katrin, Castell, Stefanie, Ciardo, Antonio, Finke, Hannah, Hellmann, Daniel, Hertrampf, Katrin, Holtfreter, Birte, Karch, André, Keil, Thomas, Kemmling, Yvonne, Kim, Ti-Sun, Leitzmann, Michael, Pischon, Nicole, Pischon, Tobias, Reckelkamm, Stefan, Rupf, Stefan, Rütters, Maurice, Samietz, Stefanie, Schipf, Sabine, Schmitter, Marc, Schulze, Matthias B., Schwindling, Sebastian, Schwichtenberg, Julia, Tesarz, Jonas, Völzke, Henry, Willich, Stefan N. and Rammelsberg, Peter
Abstract:HINTERGRUND: Der Ausdruck „temporomandibuläre Störungen“ (TMD) bezeichnet als Überbegriff Beschwerden im Bereich der Kiefergelenke und Kaumuskulatur. TMD gehören zu den häufigsten Ausprägungen muskuloskelettaler Schmerzen. Bisherige Prävalenzschätzungen sind jedoch methodisch limitiert. Die NAKO Gesundheitsstudie ermöglicht erstmals eine untersuchungsbasierte Schätzung der Prävalenz schmerzhafter TMD in einer großen Bevölkerungsstichprobe. METHODE: Die Basiserhebung (2014–2019) umfasste eine Teilstichprobe mit standardisierten Untersuchungen zur Kiefermobilität und Palpation der Kaumuskulatur. Schmerzhafte TMD wurden erfasst, wenn eine positive Schmerzanamnese mit lokalisierbarem und provozierbarem Schmerz kombiniert war. Rohe und adjustierte Prävalenzen wurden berechnet und der Zusammenhang mit potenziellen ätiologischen und assoziierten Faktoren mittels logistischer Regression analysiert. ERGEBNISSE: Von 20 603 Teilnehmenden berichteten 10,9 % von Kiefer- oder Gesichtsschmerzen innerhalb des letzten Monats. Die Punktprävalenz schmerzhafter TMD betrug 3,7 %, in der Altersgruppe 20–29 Jahre 6 %. Frauen hatten eine 2,72-fache Odds Ratio; 95-%-Konfidenzintervall: [2,28; 3,25]. Ein ebenfalls erhöhtes Risiko hatten Raucherinnen und Raucher (1,42 [1,16; 1,74]), Personen mit Schlafproblemen (1,96 [1,6; 2,4]), mit Kindheitstraumata (1,11 [1,08; 1,14] pro Skalenpunkt), Ängstlichkeit (1,12 [1,09; 1,14] pro Skalenpunkt) oder Depressivität (1,11 [1,09; 1,13] pro Skalenpunkt). Bei kieferorthopädischer Behandlung vor dem 19. Lebensjahr war die Chance auf schmerzhafte TMD weder vergrößert noch verringert. Von der Norm abweichende Zahn- und Kieferstellungen waren mit geringerer Prävalenz assoziiert. SCHLUSSFOLGERUNG: Schmerzhafte TMD sind ein häufiges Gesundheitsproblem, das nicht mit dental-morphologischen, sondern diversen biopsychosozialen Faktoren assoziiert ist. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit interdisziplinärer Diagnostik und Therapie.
Source:Deutsches Aerzteblatt
ISSN:0012-1207
Publisher:Deutscher Ärzte-Verlag
Volume:123
Number:3
Page Range:63-70
Date:6 February 2026
Official Publication:https://doi.org/10.3238/arztebl.m2025.0219

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